... newer stories
Samstag, 21. September 2013
Ein Spaziergang von Aachen-Brand nach Kornelimünster
seinsknoten, 13:16h
Die Namensherkunft des südöstlich von Aachen in Richtung Eifel/Trier gelegenen Ortsteils „Brand“ ist bis heute ungeklärt. Es ist wohl anzunehmen, daß dort einmal ein ordentliches Feuer gehaust hat.
Ganz anders ist das mit dem Ort Kornelimünster, dessen Name auf eine Klostergründung im Jahre 814 zurückgeht. Der Sohn und Thronfolger Karls des Grossen – das war Ludwig der Fromme - schenkte dem Klostergründer Benedikt von Aniane bedeutende Heiligtümer aus dem Kleiderschrank Gottes und dem Aachener Domschatz. Wenig später wurde noch eine Reliquie vom Heiligen Cornelius, einem frühen Bischof Roms obendrauf gelegt, was für den Namen dieses Ortes im Münsterländchen sorgte. Alle diese Heiligtümer kann man übrigens bei einer alle sieben Jahre stattfindenden Heiligtumsfahrt bestaunen.
Wir gehen nun zunächst über den sogenannten Vennbahnweg von Brand nach Kornelimünster, schauen uns dort in einem Rundgang den Ortskern Kornelimünsters und die alte Abteikirche an - leider nur von aussen. Ausserdem besuchen wir auf einem Berg in der Ortsmitte noch eine weitere Kirche, um einen guten Blick auf den Ortskern zu erhaschen. Schließlich sichten wir noch die Gebäude der alten Reichsabtei, um dann auch schon so zurück zu kehren, wie wir gekommen waren: über den Vennbahnweg.
Vom Startpunkt der Wanderung erblickt man bereits in naher Ferne den Kirchturm der wohlgemerkt neuen Abtei Kornelimünsters. Es war ein kleiner Franzose mit Hut namens Napoleon, der einst den Mönchen in Kornelimünster das Bleiben verbot und den dortigen Reichsabt seiner Macht beraubte. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts kehrten die Benediktiner in den Ort zurück und zogen alsbald in neue Klostergebäude inklusive Gotteshaus ein, dessen Kirchenturm wir hier in der Ferne sehen. (Es handelt sich um den weissen Kirchturm im Hintergrund und nicht um den Schuppen da vorne.)
1885 wurde die Teilstrecke der Vennbahn, über die wir gehen, in Betrieb genommen. Die Vennbahn verband Aachen via Monschau, Eupen und Malmedy mit Luxemburg und diente vor allem dem Transport von Kohle und Eisenerzen. Mittlerweile ist er auf weiten Teilen zum Fahrradweg umgebaut.
Direkt zu Beginn überqueren wir, Brand verlassend, einen kleinen Viadukt,

in dessen Mitte das Brander Wappen thront. Es handelt sich um ein Horn, genauer das Korneliushorn, was die Nähe zu Kornelimünster symbolisiert. Darunter befinden sich 3 in Flammen stehende Hügel für die drei Ortsteile Freund, Brand und Niederforstbach, die in Flammen stehen.
Beim Gang über den Vennbahnweg bewundern wir das sich bietende kindliche Idyll,
registrieren nach etwa 1,5 Kilometern die Richtigkeit des Weges durch das nähere Erscheinen des uns schon bekannten Kirchenturmes
und gelangen am Ende des Abschnittes der Vennbahn, der Brand mit Kornelimünster verbindet, in Kontakt mit einem Zeugnis des Kornelimünsteraner Bildungsbürgertums: einem öffentlichen Bücherschrank mit mehreren Ausgaben von Reader's Digest und anderen Blüten der Weltliteratur.

Am Ende dieses Abschnittes des Vennbahnweges erreichen wir einen guten Aussichtspunkt zur Betrachtung Kornelimünsters „von oben“.

Man sieht im Tal liegen den alten Ortskern mit Abteikirche und Abteigebäuden.

Oben da auf diesem Balkon werden die Heiligtümer traditionell gezeigt

und auf dem Berge sieht man die Stephanskirche thronen, kurz Bergkirche genannt, die wir später aufsuchen wollen.

Der Weg herab in’s Tal führt wiederum durch’s Idyll.
Den Ortskern erreichend bewundern wir die Häuser rund um den Markt und in einer der umliegenden Gassen.


Die alte Abteikirche können wir nur von aussen betrachten, weil leider zur Zeit ein Gottesdienst stattfindet.

Der Weg hinauf zur Stephanskirche, der ehemaligen Mutterpfarre des Münsterländchens, führt einige Stufen hinauf. Eine Bank lädt zum Verweilen ein.

Oben angekommen

betrachtet man den spätgotischen Bau mit dem umliegenden Bergfriedhof,
um sich hernach von der Friedhofsmauer aus an der Aussicht auf den Kornelimünsterer Markt zu erfreuen.
Nach dem Hinabsteigen

entdeckt man etwas unerwartet noch etwas ziemlich Altes,
schaut dort mal durch's Tor,
passiert im Abteigarten die dort sitzende vollbusige Schöne
und betrachtet hernach den Prunkbau der ehemaligen Reichsabtei. So läßt's sich wohnen.
In den Gebäuden der Reichsabtei bestand bis zum Jahre 2004 eines der Zentralarchive des Bundesarchivs, es wurden hier vor allem Unterlagen von Wehrmachtsbeschäftigten aufbewahrt. Seit 2004 aber befindet sich dort eine Kunstsammlung des Landes.

Symbolträchtig für das Vergehen der Reichsabtei und des Zentralarchivs ist die Gartenkunst, ich nehme an daß es sich um Ikarus handelt:

Man darf einen Blick auf die Inde nicht vergessen, wenn man in Kornelimünster war! Ohne sie wäre der Ort wohl nie zustande gekommen.
Zurück geht der Weg wieder über den Vennbahnweg
und schon sind wir zurück am Ausgangspunkt und grüssen Rosalinde.

Ganz anders ist das mit dem Ort Kornelimünster, dessen Name auf eine Klostergründung im Jahre 814 zurückgeht. Der Sohn und Thronfolger Karls des Grossen – das war Ludwig der Fromme - schenkte dem Klostergründer Benedikt von Aniane bedeutende Heiligtümer aus dem Kleiderschrank Gottes und dem Aachener Domschatz. Wenig später wurde noch eine Reliquie vom Heiligen Cornelius, einem frühen Bischof Roms obendrauf gelegt, was für den Namen dieses Ortes im Münsterländchen sorgte. Alle diese Heiligtümer kann man übrigens bei einer alle sieben Jahre stattfindenden Heiligtumsfahrt bestaunen.
Wir gehen nun zunächst über den sogenannten Vennbahnweg von Brand nach Kornelimünster, schauen uns dort in einem Rundgang den Ortskern Kornelimünsters und die alte Abteikirche an - leider nur von aussen. Ausserdem besuchen wir auf einem Berg in der Ortsmitte noch eine weitere Kirche, um einen guten Blick auf den Ortskern zu erhaschen. Schließlich sichten wir noch die Gebäude der alten Reichsabtei, um dann auch schon so zurück zu kehren, wie wir gekommen waren: über den Vennbahnweg.
Vom Startpunkt der Wanderung erblickt man bereits in naher Ferne den Kirchturm der wohlgemerkt neuen Abtei Kornelimünsters. Es war ein kleiner Franzose mit Hut namens Napoleon, der einst den Mönchen in Kornelimünster das Bleiben verbot und den dortigen Reichsabt seiner Macht beraubte. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts kehrten die Benediktiner in den Ort zurück und zogen alsbald in neue Klostergebäude inklusive Gotteshaus ein, dessen Kirchenturm wir hier in der Ferne sehen. (Es handelt sich um den weissen Kirchturm im Hintergrund und nicht um den Schuppen da vorne.)
1885 wurde die Teilstrecke der Vennbahn, über die wir gehen, in Betrieb genommen. Die Vennbahn verband Aachen via Monschau, Eupen und Malmedy mit Luxemburg und diente vor allem dem Transport von Kohle und Eisenerzen. Mittlerweile ist er auf weiten Teilen zum Fahrradweg umgebaut.
Direkt zu Beginn überqueren wir, Brand verlassend, einen kleinen Viadukt,

in dessen Mitte das Brander Wappen thront. Es handelt sich um ein Horn, genauer das Korneliushorn, was die Nähe zu Kornelimünster symbolisiert. Darunter befinden sich 3 in Flammen stehende Hügel für die drei Ortsteile Freund, Brand und Niederforstbach, die in Flammen stehen.
Beim Gang über den Vennbahnweg bewundern wir das sich bietende kindliche Idyll,
registrieren nach etwa 1,5 Kilometern die Richtigkeit des Weges durch das nähere Erscheinen des uns schon bekannten Kirchenturmes
und gelangen am Ende des Abschnittes der Vennbahn, der Brand mit Kornelimünster verbindet, in Kontakt mit einem Zeugnis des Kornelimünsteraner Bildungsbürgertums: einem öffentlichen Bücherschrank mit mehreren Ausgaben von Reader's Digest und anderen Blüten der Weltliteratur.

Am Ende dieses Abschnittes des Vennbahnweges erreichen wir einen guten Aussichtspunkt zur Betrachtung Kornelimünsters „von oben“.

Man sieht im Tal liegen den alten Ortskern mit Abteikirche und Abteigebäuden.

Oben da auf diesem Balkon werden die Heiligtümer traditionell gezeigt

und auf dem Berge sieht man die Stephanskirche thronen, kurz Bergkirche genannt, die wir später aufsuchen wollen.

Der Weg herab in’s Tal führt wiederum durch’s Idyll.
Den Ortskern erreichend bewundern wir die Häuser rund um den Markt und in einer der umliegenden Gassen.


Die alte Abteikirche können wir nur von aussen betrachten, weil leider zur Zeit ein Gottesdienst stattfindet.

Der Weg hinauf zur Stephanskirche, der ehemaligen Mutterpfarre des Münsterländchens, führt einige Stufen hinauf. Eine Bank lädt zum Verweilen ein.

Oben angekommen

betrachtet man den spätgotischen Bau mit dem umliegenden Bergfriedhof,
um sich hernach von der Friedhofsmauer aus an der Aussicht auf den Kornelimünsterer Markt zu erfreuen.
Nach dem Hinabsteigen

entdeckt man etwas unerwartet noch etwas ziemlich Altes,
schaut dort mal durch's Tor,
passiert im Abteigarten die dort sitzende vollbusige Schöne
und betrachtet hernach den Prunkbau der ehemaligen Reichsabtei. So läßt's sich wohnen.
In den Gebäuden der Reichsabtei bestand bis zum Jahre 2004 eines der Zentralarchive des Bundesarchivs, es wurden hier vor allem Unterlagen von Wehrmachtsbeschäftigten aufbewahrt. Seit 2004 aber befindet sich dort eine Kunstsammlung des Landes.

Symbolträchtig für das Vergehen der Reichsabtei und des Zentralarchivs ist die Gartenkunst, ich nehme an daß es sich um Ikarus handelt:

Man darf einen Blick auf die Inde nicht vergessen, wenn man in Kornelimünster war! Ohne sie wäre der Ort wohl nie zustande gekommen.
Zurück geht der Weg wieder über den Vennbahnweg
und schon sind wir zurück am Ausgangspunkt und grüssen Rosalinde.

... link (2 Kommentare) ... comment
... older stories