Sonntag, 29. September 2013
Wasser
















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Samstag, 21. September 2013
Ein Spaziergang von Aachen-Brand nach Kornelimünster
Die Namensherkunft des südöstlich von Aachen in Richtung Eifel/Trier gelegenen Ortsteils „Brand“ ist bis heute ungeklärt. Es ist wohl anzunehmen, daß dort einmal ein ordentliches Feuer gehaust hat.

Ganz anders ist das mit dem Ort Kornelimünster, dessen Name auf eine Klostergründung im Jahre 814 zurückgeht. Der Sohn und Thronfolger Karls des Grossen – das war Ludwig der Fromme - schenkte dem Klostergründer Benedikt von Aniane bedeutende Heiligtümer aus dem Kleiderschrank Gottes und dem Aachener Domschatz. Wenig später wurde noch eine Reliquie vom Heiligen Cornelius, einem frühen Bischof Roms obendrauf gelegt, was für den Namen dieses Ortes im Münsterländchen sorgte. Alle diese Heiligtümer kann man übrigens bei einer alle sieben Jahre stattfindenden Heiligtumsfahrt bestaunen.

Wir gehen nun zunächst über den sogenannten Vennbahnweg von Brand nach Kornelimünster, schauen uns dort in einem Rundgang den Ortskern Kornelimünsters und die alte Abteikirche an - leider nur von aussen. Ausserdem besuchen wir auf einem Berg in der Ortsmitte noch eine weitere Kirche, um einen guten Blick auf den Ortskern zu erhaschen. Schließlich sichten wir noch die Gebäude der alten Reichsabtei, um dann auch schon so zurück zu kehren, wie wir gekommen waren: über den Vennbahnweg.

Vom Startpunkt der Wanderung erblickt man bereits in naher Ferne den Kirchturm der wohlgemerkt neuen Abtei Kornelimünsters. Es war ein kleiner Franzose mit Hut namens Napoleon, der einst den Mönchen in Kornelimünster das Bleiben verbot und den dortigen Reichsabt seiner Macht beraubte. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts kehrten die Benediktiner in den Ort zurück und zogen alsbald in neue Klostergebäude inklusive Gotteshaus ein, dessen Kirchenturm wir hier in der Ferne sehen. (Es handelt sich um den weissen Kirchturm im Hintergrund und nicht um den Schuppen da vorne.)



1885 wurde die Teilstrecke der Vennbahn, über die wir gehen, in Betrieb genommen. Die Vennbahn verband Aachen via Monschau, Eupen und Malmedy mit Luxemburg und diente vor allem dem Transport von Kohle und Eisenerzen. Mittlerweile ist er auf weiten Teilen zum Fahrradweg umgebaut.
Direkt zu Beginn überqueren wir, Brand verlassend, einen kleinen Viadukt,



in dessen Mitte das Brander Wappen thront. Es handelt sich um ein Horn, genauer das Korneliushorn, was die Nähe zu Kornelimünster symbolisiert. Darunter befinden sich 3 in Flammen stehende Hügel für die drei Ortsteile Freund, Brand und Niederforstbach, die in Flammen stehen.



Beim Gang über den Vennbahnweg bewundern wir das sich bietende kindliche Idyll,



registrieren nach etwa 1,5 Kilometern die Richtigkeit des Weges durch das nähere Erscheinen des uns schon bekannten Kirchenturmes



und gelangen am Ende des Abschnittes der Vennbahn, der Brand mit Kornelimünster verbindet, in Kontakt mit einem Zeugnis des Kornelimünsteraner Bildungsbürgertums: einem öffentlichen Bücherschrank mit mehreren Ausgaben von Reader's Digest und anderen Blüten der Weltliteratur.





Am Ende dieses Abschnittes des Vennbahnweges erreichen wir einen guten Aussichtspunkt zur Betrachtung Kornelimünsters „von oben“.



Man sieht im Tal liegen den alten Ortskern mit Abteikirche und Abteigebäuden.



Oben da auf diesem Balkon werden die Heiligtümer traditionell gezeigt





und auf dem Berge sieht man die Stephanskirche thronen, kurz Bergkirche genannt, die wir später aufsuchen wollen.



Der Weg herab in’s Tal führt wiederum durch’s Idyll.



Den Ortskern erreichend bewundern wir die Häuser rund um den Markt und in einer der umliegenden Gassen.







Die alte Abteikirche können wir nur von aussen betrachten, weil leider zur Zeit ein Gottesdienst stattfindet.



Der Weg hinauf zur Stephanskirche, der ehemaligen Mutterpfarre des Münsterländchens, führt einige Stufen hinauf. Eine Bank lädt zum Verweilen ein.



Oben angekommen



betrachtet man den spätgotischen Bau mit dem umliegenden Bergfriedhof,



um sich hernach von der Friedhofsmauer aus an der Aussicht auf den Kornelimünsterer Markt zu erfreuen.



Nach dem Hinabsteigen



entdeckt man etwas unerwartet noch etwas ziemlich Altes,



schaut dort mal durch's Tor,



passiert im Abteigarten die dort sitzende vollbusige Schöne



und betrachtet hernach den Prunkbau der ehemaligen Reichsabtei. So läßt's sich wohnen.



In den Gebäuden der Reichsabtei bestand bis zum Jahre 2004 eines der Zentralarchive des Bundesarchivs, es wurden hier vor allem Unterlagen von Wehrmachtsbeschäftigten aufbewahrt. Seit 2004 aber befindet sich dort eine Kunstsammlung des Landes.



Symbolträchtig für das Vergehen der Reichsabtei und des Zentralarchivs ist die Gartenkunst, ich nehme an daß es sich um Ikarus handelt:



Man darf einen Blick auf die Inde nicht vergessen, wenn man in Kornelimünster war! Ohne sie wäre der Ort wohl nie zustande gekommen.



Zurück geht der Weg wieder über den Vennbahnweg



und schon sind wir zurück am Ausgangspunkt und grüssen Rosalinde.

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Donnerstag, 19. September 2013
Stippvisite in Aachen
Aachen mag ja eine schöne Stadt sein, auf jeden Fall aber ist sie alt. Man sieht es, wenn man sie durchwandert und bemerkt gegebenenfalls die ein oder andere Ausgrabungsstätte, die immer dann angelegt werden muß, wenn man überirdisch mal etwas Neues schaffen will. Denn unterirdisch findet man in Aachen immer etwas.


Egal wo man in Aachen ankommt, alle Wege führen zum Dom (http://www.aachendom.de/). Kommt man aus dem Norden, so läuft man über die Pontstrasse aber zunächst auf das Rathaus zu.


Das Rathaus mit dem davorgelegenen Karlsbrunnen erblickt man dann zur Gänze, wenn man auf dem Markt angelangt ist (http://www.aachen.de/DE/kultur_freizeit/kultur/dom_rathaus/rathaus/index.html).


Links am Rathaus vorbeigehend erhascht man beim Blick in die Krämergasse bereits einen Blick von "Herrjotts Fott", was das Hinterteil des Domes ist, sein Längsschiff.


Die Rückseite des Rathauses sieht dann folgendermaßen aus, oben liegen hinter den Kollonaden die Fenster des Krönungssaales:


Dreht man sich mit diesem Blick einmal um 180 Grad, so liegt im Normalfalle der Dom in beinahe vollständiger Ansicht vor einem. Leider ist er im Moment teilweise durch ein Baugerüst verdeckt - der Aachener kennt es nicht anders.


Geht man dann um den Dom herum und möchte ihn fotografieren, so bemerkt man, daß dies leider wegen der Bäume auf dem sogenannten Münsterplatz nicht gelingen kann. Aber immerhin erspäht man auf dem Weg in Richtung Domeingang den Kaiser Karl, wie er neben dem Dome steht.


Kaiser Karl hatte erstmals Europa (zwangsweise) vereint und einen Euro eingeführt, der freilich nicht so hieß. Seinem Gesichtsausdruck kann man entnehmen, daß er diese Entwicklung möglicherweise teilweise im Nachhinein bereut hat.


Der Dom selber hat neben den aussen gelegenen Kapellen 3 wesentliche Bauteile, die in verschiedenen Zeitabschnitten realisiert wurden: ne Mütz' (dat is der Turm), ne Bütt (dat ist dat Oktogon) und ene Wajong (dat is dat Schiff). Die karnevalistische Veranlagung des Aacheners ist also ohne Weiteres auf den Dom zurückzuführen.



Vom Turm erblickt man beim Hineingehen eher nichts, denn er wird schlicht unten durchschritten, um in das Oktogon zu gelangen. Dort gibt es dann allerlei zu gucken - es lohnt sich wirklich und kann auf einem Foto nicht wiedergegeben werden.



Oben in der Kuppel thronen die heiligen Männer, zwecks Betrachtung dort angebracht (heilige Frauen gab es damals bis auf Maria noch nicht).



Im Längsschiff dann erblickt man die höchsten Kirchenfenster Westeuropas, wenn ich recht orientiert bin. Das ist wirklich beeindruckend, besonders in naturam.




Bei längerem Verweilen entdeckt man viele viele Ecken, die aus der Nähe zu betrachten sich lohnt, z.B. den Karlsschrein mit Jedöns vom Karl,


den Marienschrein mit Jedöns vom Mariechen,


oder auch der Herrjott himself in Gestalt vom Jesus. Man sieht: der Aachener an sich ist gläubig und kennt die wesentlichen Dinge.


Jetzt hat man das Wichtige an Aachen eigentlich gesehen, muß allerdings noch eine der architektonischen Verirrungen der RWTH geniessen (http://de.wikipedia.org/wiki/SuperC)


oder aber zur Kenntnis nehmen, daß Pferde in Aachen allerorten zu finden sind (http://www.chioaachen.de/).


Man verlässt Aachen dann möglicherweise durch eines der beiden noch erhaltenen Stadttore, z.B. dem Ponttor, hier mit Hauptbau


und Vorbau.


Man kann sich sehr schön vorstellen, wie zwischen Vor- und Hauptbau auf dem Brückchen die Wagen abgefertigt wurden und wie je nachdem ein Zoll erhoben wurde. Uns bleibt das heute Gott sei Dank erspart: ein Besuch in Aachen ist kostenlos.

Vergelt's Gott.

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